Dienstag, 7. Juni 2011
Und...
Marie: "Ich bin aktive Sterbebegleiterin.
Ich ermutige Menschen, die sterben wollen es zu tun.
z.B. Weihnachten an der Brücke, da will ein junger Mensch runterspringen.
Ich singe mit ihm dann Weihnachtslieder und feuere ihn an zu springen und somit fällt es ihm leichter, es zu tun.
Ich sage dann sowas wie: Komm, jetzt trau Dich. Dann hast Du es hinter Dir. Tut auch nicht weh, Du spürst ja nichts. Jetzt mach es endlich.
Du wirst sehen, es geht Dir gleich viel besser...."
Aha, sehr interessant.
Dienstag, 10. Mai 2011
Freitag, 10. September 2010
Ich kaufe mir die Gerechtigkeit
mb: Lieber Herr Friedrichs...
hf: Nennen Sie mich bitte Herman.
mb: Also gut lieber Herr Mann, Ihr neues Buch "Da hab ich den Kapitalismus um die Ecke gebracht" ist von den Bestsellerlisten von Platz 1 garnicht mehr wegzudenken. Und es ist ein sehr heiß umstrittenes Buch. Sie haben ebenso viele Gegner wie Anhänger.
hf: Irgendwann kamen die Eigenheime und das Geld ins Spiel. Irgendwann lebte jeder sein eigenes Leben. Auf einmal gab es keine Wochenendspaziergänge und Brunchs mehr. Auf einmal war jeder mit seinem eigenen Dunst beschäftigt. Auf einmal regierte Geld die heile Welt. Und niemand hatte Zeit. Zeit ist Geld?
Auf einmal verschwand das Gefühl von Heimat. Die Heimatlosen waren jetzt erst recht heimatlos.
Geld ist Dreck meiner Hand und ich scheiß auf Geld. Ich scheiß auf Ehrgeiz und Karriere. Ich scheiß auf Eigenheimzulage. Ich scheiß auf Pläne, die niemals wahr werden. Glaube es mir oder nicht, es wird IMMER anders denken, als Du kommst. Mein Zimmer ist längst vollgeschissen. Deshalb gibts bei mir am Wochenende falscher Hase. Mit Petersilie im Ohr.
Und ich scheiße auf alles, was nur nach Geld riecht.
Sklaven der Gesellschaft. Opfer des Kapitalismus.
Ich verstehe nur Bahnhof und schon muß ich aussteigen...
Mittwoch, 30. September 2009
Mittwoch, 23. September 2009
Die Dritte

Hätte ich gewußt, was mich am Hofe der Königin erwartet, als ich ankam, wäre ich nie hierher gekommen. Es waren 12. Jedes ihr unaufhörlicher Schrei nach Liebe. Jeder eine Enttäuschung, eine Wut. Eine tiefe Trauer. Ich wurde ihre Freundin, wobei sie dies nie so sah. Ihre beste Freundin war die Einsamkeit. Ich kenne keinen Menschen, der das Alleine mit sich sein so sehr allem anderen vorzieht. Und sich dennoch in der Gesellschaft anderer so wohl fühlt. Wie machte sie das? Ich bewunderte sie dafür.
Wenn man sie anschaute, sah man eine lebensfrohe, liebenswerte, fröhliche Frau, die erhobenen Hauptes durch ihr Königreich ging; gütig mit ihren Bediensteten umging, gerecht zu ihrem Volk war. Man konnte nie genau sagen, wie alt sie war. Mal verspielt wie ein Kind, mal weise wie eine Alte. Sie war so grenzenlos, in allen Lagen, zu allen Richtungen. Sie opferte sich vom Herzen für die Alten, Schwachen und die Kinder. Aber was sie wollte, nahm sie sich. Sie lebte in ihrer eigenen Welt und in dieser gab es das Wort Geduld nicht.
Das, was am Ende ihr Untergang war, war ihr sehnlichster Wunsch, ihre leidenschaftliche Sehnsucht. Besessen von der Idee der einzigen Liebe, zog sie Männer in ihren Bann, die ihr zwar intelektuell unterlegen waren, aber ihr zu Füßen lagen. Sie sahen in ihr etwas, was in ihnen brannte, ja sogar schmerzte. Sie gab ihnen Lebenskraft und Mut. Sie brauchten sie. Sie selbst wollte ihre Liebe, etwas Sicherheit und Geborgenheit, aber sie konnten es ihr nicht geben. Sie suchten wahrscheinlich dasselbe und ihre Taschen waren leer. Was sie bekam, machte sie am Ende nicht glücklich. Es machte sie zunichte. Und das, was sie kaputt macht, wollte sie zerstören.
Die große Sehnsucht nach Nähe- das Zerstören eben dieser Nähe. Sie war die Grenzgängerin zwischen zwei Welten, die nicht miteinander vereinbar sind.
Nur so fühlte sie ihre Lebendigkeit. Nur so fühlte sie die Sterblichkeit.
Die Flecken brachten mich auf die Spur zu ihrem Versteck. Was ich sah, vergaß ich nie wieder. noch immer träume ich davon. Wie Trophäen hingen die Köpfe an der Wand. Bleich, ausgeblutet. Der Ausdruck in den Gesichtern jedoch, als ob nichts passiert wäre: Von Glück erfüllt schauten sie einem direkt in die Augen. Wie friedlich sie wirkten und von Liebe erfüllt.
Der Wiener Hof Apotheker brachte ihr oft etwas in einer Flasche mit, wenn er kam. Es muss dieses Zeug gewesen sein, warum die Gesichter dieser 12 Männer kein Zeichen des Alterns zeigten.
Sie hat sie alle geliebt. Und sie hat sie gesammelt. Die Häupter ihrer Sehnsucht.
Nicht ich habe sie verraten. Es war der 13. ER war ihr überlegener. Sie durfte selbst aussuchen, wie sie sterben wird, das waren sie ihr schuldig. Es war ich, die den Brunnen zumauerte. Ich habe als Letzte in ihre Augen geschaut. Sie waren gefüllt mit bitteren Tränen. Trotz allem voller Hoffnung und Liebe. Soviel Liebe war selbst für sie zuviel.
Ich versprach ihr, daß ihre Seele eines Tages freikommt, wenn sie sich selbst vergibt. Sie lächelte wie ein Kind.
Vierhundert Jahre war sie tod...
Dienstag, 21. April 2009
Heute bin ich...
Freitag, 17. April 2009
Der Regen und das Mädchen
Freitag, 10. Oktober 2008
A new star is born
minibebic ist Vodka. Dabei trinke ich garkein Wutcka. Meine Nichte, die mich oft bebicka nennt, dachte erst, ich hätte es selbt auf das Foto geschrieben.Guck, hab ich nicht: www.babickavodka.com
Sonntag, 28. September 2008
Heute bin ich...
Freitag, 26. September 2008
Heute bin ich...
Mittwoch, 24. September 2008
Heute bin ich...
... ein Wackelmedium. Ich bin transparent wie Götterspeise. Ich habe Vanillesoße und Sahnehäubchen als i- Tüpfelchen oben drüber. Man kann von mir essen, es wächst immer wieder nach. Die Menschen, die von mir essen, werden glücklich und froh. Ich bewege mich wackelnd fort und mache blubber blopp blupp. Ab und zu hat auch ein Medium Hunger. Dann löffel ich von mir selbst, mit Soße und Sahne, mmmh leggar. Das sind meine Bodyguards. Sie sehen harmlos aus, aber sie sind sehr flink und können Karra-tee. Ihr Nebenjob ist bei Barbie (c) im Film Fairytopia kleine Kobolde zu spielen.
Dienstag, 23. September 2008
Heute bin ich...
... jemand anderes. Einfach so. Eine Art Rollenspiel. Ich möchte aus der Sicht einer alten Frau schreiben, die mit 84 Jahren am Fenster steht, wehmütig in die Ferne blickt und Inventur macht, Bilanz zieht mit ihrem Leben.
Dann möchte ich mal ein Emo Girl sein und vielleicht mich an dem Tag auch so verkleiden und so schminken. Vielleicht will ich auch mal aus der Sicht eines Mannes schreiben. Vielleicht ein reicher, einsamer Börsenmakler oder Hausmeister.
Dann will isch Asi sein, so rischtick mit allem drum und dran. Hap isch voll Bock drauf, ne? Und auch mal obdachlose Frau, die früher reich war.
Ich liebe Rollenspiele und Theater. Warum nicht mal aus der Sicht einer alten Frau schreiben? Ein Tag mal Emo Girl sein? Vielleicht auch ein Punk, der viel um die Welt gereist ist und jetzt in einer Großstadt Autofenster putzt?
Ich kann sein, wer ich will in meinen Gedanken. Und wenn ich will, dann spiele ich diese Rolle eben auch mal.... bis ich wieder ich sein möchte. Mit wem fange ich heute an? Hmmm yamm yamm yamm.
Heute bin ich... Tessa Rindfleisch, die alte Frau. Ich bin 84 Jahre alt, verwitwet. Mein Mann ist vor 11 Jahren an Krebs gestorben. Ich habe 2 Töchter; sie leben beide in Amerika. Felida ist Herzchirurgin, mit einem Anwalt verheiratet und hat keine Kinder. Leane ist Journalistin, war mit einem Fernseh Moderator liiert und hat 2 Söhne, Gilbert und Lysander, die sie alleine erzieht. Ich habe selten Kontakt zu meinen Töchtern. Sie sind viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass sie an ihre alte Mutter in Bad Meinberg denken würden. Sie besuchen mich zu Weihnachten und ich bin immer froh, wenn sie wieder weg sind.
Meine beiden Enkel sind Zappelphilipp`s, sie können nicht eine Minute still sitzen. Leane ist als allein erziehende Mutter total überfordert mit den beiden Kobolden. Die meiste Zeit bin ich alleine mit Carlo, unserem Hund.
Als die Kinder aus dem Haus waren, wurde es so ruhig um uns herum. Da stand Robert eines verregneten Tages mit dem Hund vor mir. "Wer ist das", fragte ich ihn. "Das ist Carlo, unser Hund. Er ist mir zugelaufen. Er bleibt jetzt bei uns." sagte er. Nun, das sind jetzt 12 Jahre her und Carlo ist meine treue Seele geworden und weicht mir nicht von der Seite. Er wird alt, wie sein Frauchen, aber Carlo wird mich noch überleben, so sportlich wie er ist.
Meinen Mann lernte ich im Tanztee kennen. Meine Freundin Hannah hatte mich dahin gezerrt, sie wollte, dass ich unbedingt diesen Robert kennenlerne. Robert war Soldat und am Wochenende kam er wie die anderen Soldaten zu diesem Tanzschuppen. Ich hatte mein pinkes Kleid mit dem Tupfmuster an, die Haare zum Pferdezopf hochgesteckt und meine neuen Ballerinas, die mir eindeutig zu eng waren. Robert fiel mir sofort auf, er sah anders aus, als die meisten Männer dort. Er hatte schwarzes Haar, dunkelbraune Knopfaugen und ein wunderschönes Lächeln. Mir ging das Herz auf. Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir konnten den Blick nicht voneinander lassen.
Irgendwann stand er plötzlich vor mir und bat mich um einen Tanz. Es lief gerade Honeymoon, unser Lieblingslied. Wir tanzten, blickten uns die ganze Zeit an und schwiegen....
... hmm, zu wenig Action irgendwie. Eigentlich sollte Tessa vom Krieg erzählen, von den Trümmern und wie sie mit ihren Kindern geflohen ist, das ganze Geld im Kissen von Leane versteckt. Ich wollte, dass sie erzählt, wie sie nachts vom Feld Rüben und Kartoffeln geklaut haben, in einer 32 qm Wohnung zu 6 gewohnt haben, wie ihr Mann im Krieg gefallen ist. Wie Tessa aus dem Nichts aufstand, ihre Kinder unter harten Bedingungen großzog, wie ihr Sohn Rafael starb.... Ich wollte eine traurige Tessa darstellen, aber ich fühlte mich mehr verliebt in Robert als traurig. Also kam das etwas kitschige, romantische hervor. Alles der Robert Schuld.
Sei`s drum. Es existiert weder eine Tessa noch ein Robert. Also wen stört`s? Mich... ein klein wenig. Aber heute lasse ich das Dorf in der Kirche... vielleicht ein andermal Tessa. Mach`s gut altes Haus. Scheiß drauf.
PS: Es konnte von Anfang an keine traurige Geschichte werden. Welche traurige Person heißt schon Tessa Rindfleisch verdammt?


